Bauzeit
Jänner 2020 - Mai 2024
Generalplaner: Pfaffenbichler Architektur
Totalunternehmer: Vamed Porr
ÖBA: Pfaffenbichler Architektur / Vamed Porr
Architektur
Der architektonische Ansatz des Gebäudes spiegelt sich in der differenzierten Ausgestaltung seiner Fassaden wider, die die innere Funktionalität und Struktur des Hauses unterstreicht. Der dreigeschossige Funktionstrakt, mit Putzfassade in erdigen Tönen ausgeführt, fungiert als solider Sockel für die sechs aufgehenden Ebenen. Diese zeigen eine vertikale Struktur mit einer weißen Aluminium-Verbundplattenfassade, deren 45cm Modulbreite und gekanteten 3D Elementen ein Spiel von Licht und Schatten erzeugen, welche die Größe des Baukörpers auflösen. Auskragende Bauelemente der Ebene E2 mit dunkler Betonfaserzementfassade, verleihen dem Baukörper zusätzliche Tiefe.
Im Inneren des Gebäudes schaffen vier individuell gestaltete Atrien sowie das gemeinsame große Atrium mit Haus-C eine Verbindung zum Außenraum und gewährleisten auch tief im Inneren ausreichend natürliche Belichtung der Räume. Die Gestaltung dieser Bereiche mit orthogonal angeordneten Bepflanzungsfeldern und farblich differenzierten Kiesflächen schafft eine angenehme und ruhige Atmosphäre. Jene mit Erschließungswegen durchzogene Atrien ermöglichen den Besuchern in erweiterten Gangbereichen Raum zur Ruhe und Entspannung.
Um das Raumklima zu verbessern und ökologische Nachhaltigkeit zu fördern, sind ein Großteil der Dachflächen extensiv begrünt. Diese vermeiden die Überhitzung der Umgebung und dienen als Rückhalteflächen bei Starkregen, wodurch eine akute Überlastung der städtischen Infrastruktur reduziert wird. Darüber hinaus tragen sie maßgeblich zur Steigerung des menschlichen Wohlbefindens bei, indem sie eine visuelle und ökologische Verbindung zur Natur herstellen.
Durch die sorgfältige Planung und Gestaltung des Gebäudes wurde eine multifunktionale Nutzung der Außenbereiche der Dachflächen auf Ebene E3 realisiert. Diese Bereiche wurden gezielt für die Kinder- und Jugendstation konzipiert, um den jungen Patienten die notwendige Möglichkeit für Spiel und Bewegung im Freien zu ermöglichen und somit den Genesungsprozess zu fördern.
Durch den respektvollen Umgang miteinander konnten die Bedürfnisse der pflegerischen und medizinischen Notwendigkeiten sowie die architektonischen Ansprüche gleichermaßen erfüllt werden. Das Gebäude Haus-D vereint diese beiden Welten in einem gemeinsamen Meilenstein für das Universitätsklinikum St. Pölten.
Funktionen
Im Erdgeschoss befindet sich die zentrale Ambulanz, die die Fachbereiche Dermatologie, HNO, Neurologie und Gynäkologie umfasst. Diese Abteilung setzt sich aus den Bereichen Dialyse, Onkologie, Ambulanz und Tagesklinik zusammen. Zusätzlich erfolgt auf dieser Ebene die Erweiterung des Instituts für Radiologie, deren erster Teil bereits im Haus-C im ersten Bauabschnitt errichtet wurde.
Ebene E1 ist für eine multifunktionale Nutzung konzipiert. Hier befinden sich sowohl ambulante Bereiche als auch Betten- und Überwachungsstationen, welche speziell für die Fachbereiche Neurologie sowie Gynäkologie und Geburtshilfe vorgesehen sind. Die ambulanten Bereiche ermöglichen eine umfassende Diagnostik und Behandlung von Patienten, während die Betten- und Überwachungsstationen eine kontinuierliche medizinische und pflegerische Betreuung sicherstellen.
Der Struktur des Klinikums entsprechend, sind auch im aktuellen Bauteil „D“ die hochspezialisierten medizinischen Bereiche auf Ebene E2 angesiedelt. Diese umfassen die OP-Zone, die Intensivstation und die Neonatologie. Mit der Fertigstellung der Verbindungsbrücke zwischen Haus-D und Haus-B entsteht eine durchgehende Verbindung als Ringschluss, welche die vier Häuser auf einer Ebene miteinander verbindet.
Auf den weiteren Ebenen des Gebäudes sind differenzierte medizinische Einrichtungen untergebracht. Zum einen als reine Bettenstationen geführt, die ausschließlich der stationären Aufnahme und Pflege von Patienten dienen, zum anderen für spezialisierte Zentren, die sowohl Bettenstationen als auch die dazugehörigen Ambulanzen in unmittelbarer Nähe umfassen. Diese Zentren ermöglichen eine besonders engmaschige Betreuung und schnelle Versorgung der Patienten. Dazu gehört die Augenheilkunde, die Kinder- und Jugendheilkunde sowie die Psychiatrie.
Die universitären Einrichtungen der Karl Landsteiner Privatuniversität (KLPU) belegen die oberste Ebene. Diese umfassen Lehr- und Seminarräume, Simulationsräume sowie Verwaltungsbüros. Durch ihre Integration in die Klinikstruktur wird eine direkte Verbindung zwischen klinischer Praxis und universitärer Ausbildung gewährleistet, was den interdisziplinären Austausch und die praktische Anwendung von Forschungsergebnissen maßgeblich fördert.